DIHK-Studie schlägt Alarm: Sprachdefizite gefährden Ausbildungssystem

Immer mehr Betriebe in Deutschland finden keine Auszubildenden mehr, die ausreichend gut deutsch sprechen. Das geht aus der jüngsten Ausbildungsumfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) für 2025 hervor, die rechtzeitig zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres veröffentlicht wurde. Nach den Ergebnissen der repräsentativen Studie, für die mehrere tausend Betriebe aller Branchen und Größen befragt wurden, verschärft sich der Fachkräftemangel alarmierend. Vielen Bewerbern fehlen grundlegende sprachliche und soziale Kompetenzen, die für eine erfolgreiche Berufsausbildung unerlässlich wären.

Achim Dercks, stellvertretender DIHK-Hauptgeschäftsführer, bringt das Problem auf den Punkt: „Fast jeder zweite Betrieb berichtet von Defiziten im mündlichen und schriftlichen Ausdrucksvermögen.“ Dabei sind diese sprachlichen Mängel nur die Spitze des Eisbergs. Die Unternehmen klagen gleichermaßen über unzureichende Rechenfähigkeiten und ein mangelndes professionelles Auftreten der Bewerber. Um dem Ausbildungsmarkt wieder den nötigen Schwung zu geben, bräuchte man eine gute Wirtschafts- und eine gute Bildungspolitik. In immerhin 62 Prozent der Fälle scheitert eine Einstellung an den schulischen oder persönlichen Voraussetzungen der Kandidaten. Auch müßten für die jungen, aus Drittländern außerhalb der EU eingewanderten Berufsanfänger dringend besondere Berufssprachkurse eingerichtet werden.

Der AfD-Bundestagsabgeordnete Gereon Bollmann, Mitglied im Ausschuss für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, erklärt dazu:

„In einigen Regionen spitzt sich die Situation offenbar dramatisch zu. In Mecklenburg-Vorpommern blieben im vergangenen Jahr etwa 43 Prozent der Ausbildungsplätze unbesetzt – teils, weil sich überhaupt keine geeigneten Bewerber fanden. Nach den Angaben der Agentur für Arbeit waren in Schleswig-Holstein zum 1. September 2025 noch 4500 Ausbildungsplätze unbesetzt. Viele Interessenten scheitern häufig in jedem Ausbildungszweig an den grundlegenden Anforderungen. Parallel verstärkt der anhaltende Trend zum Studium die Probleme, vor allem für kleine und mittelständische Betriebe, bei denen Nachwuchs ohnehin Mangelware ist. Zu einem großen Teil beruht dies auch auf einer verfehlten Bildungspolitik. Es wird hier künftig die Wahrnehmung vieler jungen Menschen wieder darauf gerichtet werden müssen, daß ein Ausbildungsberuf und nicht ein Studium für sie der sinnvollere Weg ist.

„Rückgrat der deutschen Wirtschaft wird gebrochen“

Wenn hier nicht endlich eine alternative Bildungspolitik Platz greifen kann, wird diese Entwicklung letztlich nicht nur einzelne Betriebe gefährden, sondern das duale Ausbildungssystem insgesamt, das seit jeher als Rückgrat unserer deutschen Wirtschaft gilt.“

Belastungsfaktor Immigrationshintergrund