Leistungsfähigkeit des deutschen Schiffbaus

Kieler Werft Thyssenkrupp Marine Systems erhält Milliardenauftrag aus Kanada

Kanada hat sich für den Erwerb modernster deutscher U-Boote entschieden und stärkt damit die gemeinsame Verteidigungsfähigkeit innerhalb der NATO. Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) aus Kiel erhält damit den größten U-Boot-Auftrag in der Unternehmensgeschichte. Bis zu zwölf Einheiten des gemeinsam mit Norwegen entwickelten Typs 212CD sollen für die kanadische Marine gefertigt werden. Er zeichnet sich durch ein fortschrittliches Antriebssystem aus, das Dieselmotoren mit Wasserstofftechnologie kombiniert. Dies ermöglicht besonders lange Tauchzeiten, und die Boote eignen sich ideal für Einsätze unter Eis und in arktischen Gewässern. Die trilaterale Kooperation zwischen Deutschland, Norwegen und Kanada schafft eine gemeinsame U-Boot-Flotte und trägt maßgeblich zur Stärkung der konventionellen Verteidigung der NATO-Allianz bei. Nach der grundsätzlichen Zusage beginnen die konkreten Vertragsverhandlungen. TKMS strebt an, die ersten vier U-Boote für Kanada bereits bis 2034 zu liefern.

Der schleswig-holsteinische Bundestagsabgeordnete Gereon Bollmann (AfD) erläutert:

„Diese Entscheidung unterstreicht die führende Rolle Deutschlands und vor allem auch Schleswig-Holsteins bei konventionellen, nicht-nuklearen U-Boot-Technologien und festigt die transatlantische und europäische Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich.

Die Produktion der U-Boote erfolgt vollständig in Deutschland an den Standorten Wismar und vor allem bei uns in der Landeshauptstadt Kiel. Dadurch entstehen bis zu 1.500 zusätzliche Arbeitsplätze bei TKMS, das derzeit über 9000 Mitarbeiter beschäftigt. Das Vorhaben stellt ein bedeutendes Investitionsvolumen dar. Schätzungen gehen inklusive Service und Betrieb von bis zu 20 Milliarden Euro aus.

Parallel dazu hat der Haushaltsausschuß des Deutschen Bundestages grünes Licht für einen weiteren wichtigen Auftrag erteilt: Den Bau von vier Fregatten des Typs MEKO A-200 DEU für die Deutsche Marine. Die erste Einheit soll bereits 2029 ausgeliefert werden.

Dieser Doppel-Erfolg für Thyssenkrupp demonstriert die Leistungsfähigkeit des deutschen Schiffbaus und trägt zur Sicherung hochqualifizierter Arbeitsplätze sowie zur Stärkung der europäischen und transatlantischen Verteidigungsindustrie bei.

Die Alternative für Deutschland sieht eine Auftragsvergabe der Bundesregierung an die deutsche Rüstungsindustrie dann als ausgesprochen schädlich an, soweit die Ukraine dadurch aufgerüstet und kriegsfähig gehalten wird. Allerdings sind die vertraglichen Verpflichtungen Deutschlands bindend, soweit sich die Nato im Rahmen des Verteidigungsbündnisses bewegt. Eine Stärkung der heimischen Werftindustrie bewegt sich innerhalb dieses Rahmens und wird daher auch von mir begrüßt, denn die Alternative für Deutschland steht für eine robuste Bündnispolitik an der Seite der Nato-Partner und setzt sich konsequent für eine starke, gemeinsame Sicherheitsarchitektur ein.“

Thyssenkrupp4