Personalmangel in Kindergärten

Über 10.000 ungeplante Gruppenschließungen in Schleswig-Holstein: Eine verlässliche Kinderbetreuung ist nicht mehr gewährleistet

In den Kindergärten Schleswig-Holsteins kommt es aufgrund von Personalmangel immer häufiger zu ungeplanten Gruppenschließungen und verkürzten Betreuungszeiten – nach den Meldungen der Datenbank für 1.855 Kindergärten im ersten Halbjahr 2026 mehr als 10.000 Fälle. Der tatsächliche Ausfall dürfte deutlich über dem genannten Wert liegen. Seit Januar besteht für die Kindergärten zwar eine Meldepflicht bei Gruppenschließungen, für 63 Prozent der Gruppen gingen dennoch keine oder fehlerhafte Meldungen ein. Neben Erkrankungen führen Schwangerschaften und Mutterschutz zu ungeplanten Personalausfällen. Pro Kindergarten-Gruppe sind etwa 20 Familien betroffen.

Der schleswig-holsteinische Bundestagsabgeordnete Gereon Bollmann, Mitglied im Familienausschuss des Deutschen Bundestags, stellt klar:

„Die nun bekannt gewordenen Zahlen sind für uns der endgültige Beweis dafür, dass unter der Verantwortung der grünen Sozialministerin Aminata Touré eine verlässliche Kinderbetreuung in Schleswig-Holstein nicht mehr gewährleistet ist. Die vollmundigen Versprechen der Ministerin waren von Anfang an reine Augenwischerei und zum Scheitern verurteilt. Die vorliegenden Daten der Kita-Datenbank müssen endlich als Grundlage für eine grundsätzliche Kehrtwende dienen – statt weiterer Schönfärberei und Ausreden.

Notwendig sind deutlich attraktivere Arbeitsbedingungen für das Kindergartenpersonal. Der Alltag in den Einrichtungen ist für die Erzieherinnen und Erzieher bereits jetzt extrem belastend; zusätzliche Dokumentationspflichten und sinnlose Bürokratie rauben wertvolle Zeit am Kind und bringen keinerlei Nutzen. Bundesweit fehlen zehntausende Fachkräfte. Die miserablen Personalschlüssel erzeugen Dauerstress und führen zu überdurchschnittlich hohen Krankenständen – ein selbstverschuldetes Chaos, das die Landesregierung seit Jahren ignoriert.

Die vorliegenden Zahlen dürfen nicht länger relativiert, sondern müssen als Ausgangspunkt für konkrete und durchgreifende Maßnahmen genutzt werden. Nur so kann die Betreuungssituation in den Kindergärten des Landes wieder stabilisiert und den Familien endlich die Verlässlichkeit zurückgegeben werden, die sie verdienen.“

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