„Zuwanderung ist nicht die Lösung“

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Günther erfährt unerwartet medialen Gegenwind

Mit seiner in den vergangenen Tagen erhobenen Forderung, Migranten einen leichteren Zugang zum bundesdeutschen Arbeitsmarkt zu ermöglichen, hat Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther den Applaus der bundesdeutschen Mainstream-Presse auf seiner Seite. Deutschland brauche mehr Zuwanderung, um den Fachkräftemangel zu bekämpfen. Dafür sei es nötig, die rechtlichen Hürden „abzusenken“ und beispielsweise das Erlernen der deutschen Sprache nicht ganz so ernst zu nehmen.

Doch in den Reigen der Claqueure reihten sich überraschenderweise auch kritische Stimmen, noch dazu aus seiner Heimat Schleswig-Holstein.

Hier legt die „Dithmarscher Landeszeitung“ in einem Kommentar vom 19. Juli 2022 den Finger in die Wunde, wenn sie „Landesvater“ Günther entgegenhält: „Der Mangel an Fachkräften ist nicht neu, nur wird er eben zusehends größer. Ein wesentlicher Grund ist nicht die fehlende Zu-, sondern die steigende Abwanderung. Die Deutschen, die auswandern, sind junge hochqualifizierte Fachkräfte. Sie verlassen ihre Heimat bevorzugt in ähnliche Kulturkreise, weil sie dort bessere Rahmenbedingungen vorfinden, sprich: höhere Nettolöhne, weil die Abgabenquote niedriger ist. Vor dem Hintergrund wäre es sinnvoller, Fachpersonal durch mehr Netto vom Brutto zu halten, statt die Zuwanderung zu forcieren.“

Der schleswig-holsteinische Bundestagsabgeordnete Gereon Bollmann (AfD) schließt sich dieser Kritik vollumfänglich an. „Zuwanderung ist nicht die Lösung für den grassierenden Fachkräftemangel in Deutschland. Im Gegenteil sehen wir seit Jahrzehnten eine Armutseinwanderung in die Sozialsysteme bei gleichzeitiger Abwanderung qualifizierter und hochqualifizierter Fachkräfte. Eine völlig verfehlte Einwanderungs- und Ausländerpolitik trifft hier auf eine desaströse Arbeitsmarkt- und Steuerpolitik. Ohne eine radikale Umkehr ist der Abstieg der einstigen Wirtschaftsmacht Deutschland mit dieser Politik der Altparteien ein für alle Mal besiegelt.“